im Jargon der politischen Oekonomie

Es gibt eine (nicht ganz neue) neue Vorstellung, nach welcher Daten geklaut werden können, wie wenn Daten werthaltige Gegenstände wie Juwelen oder Banknoten wären.

Es gibt zwei unterscheidbare Fälle, in welchen diese Vorstellung aktuell häufig zu Tage tritt. Einerseits geht um die Daten, die belegen, wer welche Steuern nicht bezahlt hat und andrereseits geht es um die Daten, die ein Doktor dem anderen Doktor abgeschrieben hat. In beiden Fällen wird viel über die sogenannten „Daten“ als Wertgegenstände gesprochen, und in beiden Fällen wird nichts darüber berichtet, wie diese Daten zu ihrem Wert kommen.

Man kann diese „Daten“ also ohne weiteres als Buchgeld auffassen. Und Buchgeld ist bekanntlich nichts – ausser eben Daten. Und die Vorstellung, dass diese Daten einen Wert haben, ist das, was K. Marx als politische Oekonomie bezeichnet hat.

Wo Daten geschützt und geklaut werden können, re-präsentieren die Daten immerschon Betrug – oder eben wie etwa Zinseszinseszins einen legalen Tatbestand der politischen Oekonomie. Das klassische Datum, dass heute beispielsweise der 13. April 2011 ist, kann mir jedenfalls niemand schützen und niemand klauen.

2 Antworten to “im Jargon der politischen Oekonomie”

  1. ClaudiaBerlin Says:

    Das Abgeschriebene kann man eigentlich nicht als bloße „Daten“ bezeichnen. Es sind doch geformte Texte, also „geistige Leistung“ – nicht Daten im Sinne von Fakten, Messwerten etc.

    Am Beispiel von Kochrezepten lässt sich das gut darstellen: das Rezept als Sammlung von Zutaten plus der Vorschrift zu ihrer Verwendung ist nicht geschützt – wohl aber ein gestalteter Text, der über simple Anweisungen wie „Petersilie klein schneiden“ hinaus geht. Und natürlich auch das Foto vom fertigen Gericht.

    • Fritz T. Schuhmacher Says:

      ich bin zwar nicht der Meinung, dass es geistiges Eigentum jenseits der politischen Ökonomie geben könnte, aber wer das meint, sollte dann in diesen Fällen nicht von Datenklau, sondern allenfalls von einem „geistigen Diebstahl“ sprechen.
      Und in einer Steuerhinterzieherregister könnten man ja auch eine geistige Arbeit sehen – eine Art Kriminalroman oder so.

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