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Soziologie

15. Januar 2013

Soziologie ist eine Wissenschaft, die Sozietäten beschreibt.

Unter autopoietischen Gesichtspunkten entwickelte sich die Soziologie im Milieu der politischen Nationaloekonomie als Differenz zwischen abstrakter Verwaltungs- oder Organisationswissenschaften und politisch motivierter Sozialphilosophie.

Die deutschsprachige Soziologie widerspiegelt diese Differenz auch nach dem 2. Weltkrieg. H. Schelsky vertritt die Verwaltungswissenschaft und protegiert N. Luhmann, während T. Adorno mit der Frankfurter Schule die Sozialphilosophie hochhält. Im sogenannten Positivismusstreit wird die Differenz noch wissenschaftstheoretisch lanciert, danach aber wird dieser Streit zwischen J. Habermas und N. Luhmann innerhalb der Soziologie in „Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie“ ausgetragen, wo J. Habermas N. Luhmann eine reaktionäre Verwendung der Systemtheorie vorwirft.

N. Luhmann stellte fest, dass die Soziologie vor seinem Werk keine Theorie hatte, man könnte auch sagen, keinen konsensuellen Gegenstandsbereich, weil ein eigentlicher Gesellschaftsbegriff im Konsens – auch in der Zeit nach N. Luhmann – fehlt. N. Luhmann – sebst kein ausgebildeter Soziologe, aber in der Tradition von T. Parsons arbeitend – hat eine Theorie funktionaler Systeme als allgemeine soziologische Theorie vorgeschlagen, die auf einer speziellen Interpretation der Autopoiese beruht, also eine spezielle Systemtheorie darstellt.

PS: Es gibt eine vom theoretischen Diskurs losgelöste „angewandte Soziologie“, die sich als methodologisch begründete Forschung auffassen lässt. Typische Fragestellungen betreffen die Vorhersagbarkeit von sozietalen Verhältnissen wie Altersstrukturen der Bevölkerungen, Migrationen, Berufsfelder usw.